LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[13.2.2019]

Grubenwasseranstieg Revier 2018k
Seit 2017 ist eigentlich klar, dass das Grubenwasser revierweit steigt - mit Ausnahme von Haus Aden und Prosper Haniel. Im Arbeitskreis für die Untertageverbringung von Müll war es schon peinlich genug, als die Bergbehörde endlich damit rausrücken musste, dass während der Gutachtenerstellung zwar keine neuen Genehmigungen erteilt wurden, aber viele Genehmigungen eben schon längst erteilt worden waren. Lange hatte die Bergbehörde und das übergeordnete Ministerium dem Staatssekretär Knitsch aus dem Umweltministerium suggeriert, es würden keine weiteren Fakten durch laufenden Wasseranstieg geschaffen.

Jetzt ist die Situation also so, dass das Grubenwasser steigt - aber eigentlich noch kein gültiges Gesamtkonzept vorliegt. Das musste Herr Grigo von der Bergbehörde jetzt den Abgeordneten aus dem Unterausschuss Bergbausicherheit nun gut verkaufen.

Einfallsreich wie die Behörde ist, gibt es in Bergwerken jetzt eine "tiefste Sohle", die aber doch nicht die unterste Abbauebene ist. Vielmehr kann man unter der tiefsten Sohle noch "Unterbergbau" betreiben. Und wenn dieser Unterbergbau dann geflutet wird, ist das eigentlich noch kein Grubenwasseranstieg.

Konkret wurde damit z.B. behauptet, dass in BW West die tiefste Sohle bei ca. -720m lag, darunter bis auf -840m bzw. in Niederberg bis auf -1100m unter der Erdoberfläche nur "Unterbergbau" betrieben wurde - und nur der wäre jetzt geflutet. Herr Grigo ist nicht nur einfallsreich, er verschweigt auch, dass nach dem Entwurf des Grubenwasserkonzepts der RAG diese -740m der geplante Höchststand des Grubenwassers im Bereich des BW West sein soll (da es dann nach Walsum übergeleitet wird) und daher am linken Niederrhein der Grubenwasseranstieg eigentlich schon abgeschlossen ist - eben ohne rechtsgültiges Gesamtkonzept.

Vergleichbar ist es in vielen anderen Bereichen des Ruhrgebiets. (Durch Klick auf die Grafik oben erhält man eine größere Ansicht. Die Daten sind über den Bürgerinformationsdienst der RAG abrufbar.)

Folgende Grafik verdeutlicht die Schachttiefen und dort die tw. schon lange gefluteten Bereiche (Quelle: Abschlussbetriebsplan BW West, Wassertechnisches Feinkonzept für die Durchleitung der Grubenwässer auf dem Bergwerk West zur Zentralen Wasserhaltung Walsum, RAG):

 Wasserniveaus West Walsum k


[21.1.2019]

Hier sind noch ein paar Links auf Presseberichte zum Ende des Bergbaus:

(Leider sind die Artikel nicht immer vollständig frei gegeben)


[09.01.2019]

RAG hat heute die Ergebnisse einer Pilotstudie veröffentlicht. Damit ist das bewiesen, was schon lange klar war. In den 80er Jahren wurde PCB-haltiges Hydrauliköl tonnenweise unter Tage gebracht und "spritzte auch bei geplatzten Schläuchen schon einmal durch die Gegend", so die Aussage eines betroffenen Bergmanns. Selbstverständlich hat sich dadurch PCB im Blut der Bergleute angereichert. Bis jetzt wurde das aber eher verleugnet.

Anders als durch die Titelzeile der RAG-Veröffentlichung "Bergleute nicht gesundheitlich gefährdet ..." sind die Bergleute zwar nicht akut gefährdet - sonst wären sie schon damals alle zu Tode gekommen. Aber ohne jegliche Gesundheitsgefährdung wäre PCB auch nicht verboten worden. PCB ist eindeutig krebserregend - wie beispielsweise das Rauchen. Zum Glück fällt aber nicht jeder dem Krebsrisiko zum Opfer. Wir wünschen jedem Bergmann, dass er trotz dieser Belastung ein langes Leben hat.

>>RAG-Veröffentlichung


[09.01.2019]

Der Grubenwasseranstieg wird in jedem Fall dazu führen, dass sich die Erdoberfläche hebt. Jede Bewegung der Erdoberfläche kann aber Schäden hervorrufen, hier dann Bergschäden. Durch ein Urteil des OLG Köln wurde schon vor Jahren klar gestellt, dass der in dem Grundbuch mancher Immobilie eingetragene "Bergschadensverzicht" hier keine Wirkung entfaltet.

Die RAG  hat gegenüber dem saarländischen Bergamt wie auch den politischen Gremien im Saarland schon im Februar 2018 verbindlich erklärt, dass sie dem Urteil folgend auch in Zukunft handeln wird - eigentlich selbstveständlich, aber immerhin.

Das BBergG schließt inzwischen für diese Hebungsschäden ausdrücklich auch die Bergschadensvermutung ein.

Aktuelle Seite: Startseite Aktuelles