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Weiter mit der ungenehmigten Einleitung

[28.10.2026]

Für  einen Tag war der Rheinpegel hoch genug, dass die RAG entsprechend der gültigen Genehmigung Wasser einleiten durfte. Jetzt ist der Pegel wieder unter die Marke von 2,31m gefallen und die Prognose sagt, dass der Pegel in den nächsten Tagen weiter fallen wird. (Im Gegensatz zu den "Prognosen" von RAG und BRA sind die Prognosen des Wasser- und Schifffahrtsamtes bisher immer eingetreten!)

Jetzt geht es also weiter mit der "geduldeten" Einleitung von 10m³/min. Wie zu erwarten, war und ist auch keine Lösung in Sicht. Das Grubenwasser darf nicht höher steigen, um u.a. das Salzbergbwerk Borth nicht zu gefährden. So müssen also die Fische im Rhein leiden bzw. die Gutachter der RAG werden sicher heraus finden, dass alles vollkommen unschädlich ist.

Man darf gespannt sein. In den drei Wochen zwischen den Sitzungen der Entscheidungsgruppe und der Regionalgruppe West ist jedenfalls keinem etwas Vernünftiges eingefallen. Vom MWIKE ist da sicher auch nicht viel zu erwarten, wenn diese im Bericht an den Landtag davon spricht, man solle doch mal die Möglichkeit des tw. Abtransports des Grubenwassers mit LKW's überprüfen Blödsinniger geht's wohl kaum, wenn man bedenkt, dass ein Tanklastzug in etwa 3 Minuten voll wäre! Wie viele LKW's müssten da unterwegs sein. Vielleicht kommt dann noch jemand aus dem Ministerium auf die Idee, dass das Problem durch den Wegfall des Sonntagsfahrverbots ja schon fast gelöst sei. 

Interessant ist auch, dass RAG in ihrem Genehmigungsbescheid von 2022 eine Option auf Einleitung von 10m³/min hat - unter bestimmten Voraussetzungen und Abstimmungen mit anderen Behörden. Die Notwendigkeit, so ein Verfahren einzuleiten, hat RAG noch im März diesen Jahres für unnötig gehalten.

Kein Ende der ungenehmigten Einleitung in Walsum in Sicht

[6.9.2026]

Nach einer kleinen "Erholung" sinkt der Rheinpegel wieder und wird es nach der Prognose der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auch noch länger tun. Hier ein Bild vom Stand heute: 2026 09 06 Rheinwasserstand

Von der Landesregierung liegt inzwischen ein Bericht für den Unterausschuss Bergbausicherheit (Sitzung am 15. 9.) vor, der zwar öffentlich ist, deren Verbreitung die LR aber offenbar scheut. Ansonsten hätte die LR über das übliche Portal des Landtags eine Verbreitung anstreben können. Den Bericht stellen wir gerne zur Verfügung.

In dem Bericht spricht die LR davon, vom 3. bis 18. August hätte RAG zuviel Wasser eingeleitet. Doch was ist danach passiert. Auch hier wird wieder (zumindest bis heute) nicht der übliche Weg der Transparenz eingehalten. Über elwasweb.nrw.de sind Einleitmengen abrufbar, allerdings nur bis zum Juli. 

Der Weg in elwasweb ist etwas kompliziert:  Zunächst oben "Daten", dann links "Einleitstellen", dann Häkchen bei Grubenwasser und unten "Suchen". In der Tabelle taucht dann als zweiter Eintrag eine Nummer mit der Beschreibung Walsum auf - die Nummer klicken; dann oben statt "Stammdaten" "Messstellen" auswählen;  Es gibt nur eine: wieder auf die Nummer klicken und oben im Auswahlfeld die "Einleitmengen" anwählen. Ab 2024 sind die täglichen Werte eingetragen; weit nach unten scrollen und man erhält die "aktuellen"; leider (noch?) nicht für den August.

Parallel zu den Einleitmengen kann man über das Geodaten-Portal der RAG die Grubenwasserstände sehen, hier nur sporadische Eintragungen:

Auch hier ist es nicht so ganz einfach: nach Aufruf der website links auf "Bürgerinformationsdienst", dann die Nutzungsbestimmungen akzeptieren und man ist erst mal im System. Links unter "Wasserhaltung" die Grubenwasserpegel anwählen. Dann werden in der Karte durch grüne Punkte die vorhandenen Pegel angezeigt. Durch die Karte schieben, scrollen etc. bis man im Westen die Markierung für Walsum gefunden hat. Anklicken und ein neues Fenster öffnet sich. Dort im oberen Bereich "Messwerte" anwählen und man erhält eine Tabelle der letzen Werte.

Hier wird auch deutlich, dass die Aussage der LR im o.g. Bericht, dass RAG seit dem 18. 8. nicht zuviel einleitet, kaum zu glauben ist.  Es fallen 12,8 m3 / min Grubenwasser an. Die werden auch abgepumpt - ansonsten würde der GW-Pegel ansteigen. GW Pegel 2026 09 06 BID RAG
Genehmigt sind bei derzeitigem Wasserstand des Rheins aber nur 5m3 / min, nach Prüfung durch die Behörden (bisher nicht erfolgt, das angeblich vorhandene Gutachten des Haus- und Hof-Gutachters der RAG kennt die Öffentlichkeit nicht) bis maximal 10 m3 / min.

Es passt also vorne und hinten nicht - der Rhein und der Klimawandel macht das Wolken-Kuckucks-Heim von RAG und Bergbehörde zu nichte!

Und weil es wirklich Realsatire ist, hier ein Zitat aus dem o.g. Bericht:

"Warum die Überwachung in den betrieblichen Abläufen im aktuellen Fall nicht so gegriffen hat, dass rechtzeitig gegensteuernde Maßnahmen zur Vermeidung nicht genehmigter Zustände hätten umgesetzt werden können, und warum die Bergbehörde erst spät informiert wurde, wird derzeit geprüft. Die Bergbehörde behält sich ordnungsbehördliche Schritte vor."

Man will immer noch nicht wahr haben, dass die Planung von vornherein zum Scheitern verurteilt war. MWIKE und MUNV haben dem Treiben von Bergbehörde und RAG teilnahmslos zugeschaut, die Bedenken der BR Düsseldorf als Wasserbehörde wurden weg gewischt und RAG erhielt die Genehmigung wie gewünscht - ohne Auflagen zur Reinigung des Grubenwassers. Jetzt von "ordnungspolitischen Schritten" gegenüber RAG zu sprechen, ist wirklich ein Witz. "Der Fisch stinkt immer vom Kopf her" heißt es so schön. Da müssten ganz andere "Köpfe rollen". Wie hieß es so schön im Koaltionsvertrag: man wolle die Strukturen der Bergbehörde optimieren. Da warten wir schon lange drauf. Es ist auch wieder so, dass die Behörde, die den Mist mit zu verantworten hat, jetzt über die Lösung entscheiden darf!

 

 

Und es sprudelt so nett ...

[2026 08 28]

 

Entgegen der geltenden Genehmigung und nur mit einer Sonderregelung der Regierung,  MUNV(?) leitet RAG zur Zeit Grubenwasser in den Rhein - natürlich ungereinigt mit hohem Salzgehalt und vielen anderen Umweltgiften. Hier sind Bilder der Einleitstelle am Rhein. Deutlich ist die braune Verfärbung des Grubenwassers und des Rheins durch hohen Eisengehalt an der Einleitstelle.

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siehe auch den Artikel

Lippeabfluss in "trockenen" Zeiten

[26.8.2026]

Das Niedrigwasser des Rheins ist in aller Munde, die RAG leitet schon seit Wochen in Walsum "illegal" Wasser in den Rhein - aber was ist eigentlich mit der Lippe, die ja nach den Plänen von RAG und Bergbehörde wieder mit Grubenwasser verseucht werden soll.

Bisher ist gesetzlich festgelegt, dass der Lippe-Abfluss in Hamm ca. 10m3/sec betragen muss. Um das zu gewährleisten, gibt es ein Überleitwerk, was bei drohendem Niedrigwasser der Lippe Wasser aus dem Hamm-Datteln-Kanal in die Lippe leitet, bei Hochwasser auch in umgekehrter Richtung Wasser fördern kann. Das dann im Kanal fehlende Wasser wird - ziemlich kompliziert - über das gesamte westdeutsche Kanalnetz, sogar mit Zuflüssen aus Werra und Fulda ausgeglichen. Das ist eine eigene Wissenschaft. Regulieren tut das Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle in Duisburg.

Interessant ist nun, wie die Verhältnisse in den letzten Tagen und Wochen waren. Seit Anfang des Jahres wurde immer nur Wasser in die Lippe eingeleitet. Die Mengen nahmen dabei im Juli und August erheblich zu. Der Wasserabfluss der Lippe ohne diese Zufuhr hätte in Hamm weniger als die o.g. 10m3/sec betragen. Die aktuellen Werte kann man in der Grafik sehen:Wasserfuehrung Lippe August 2026

Das ist aber für die Zukunft keine fiktive Kurve mehr. Emschergenoosenschaft /Lippeverband planen für die Zukunft einer Abschaffung der o.g. Wasserregulierung, eine Renaturierung der Lippe und einen Rückbau aller die Natur behindernder Wehre.

Daraus ergbit sich, dass RAG und Bergbehörde bei einer möglichen Einleitung in die Lippe mit viel geringeren Abfussmengen der Lippe kalkulieren müssen als zur Zeit noch vorhanden sind. Hier darf nicht wieder der Wunsch der Vater der Entscheidungen sein, die Bergbehörde muss endlich die Realitäten - auch des Klimawandels - anerkennen.

Intransparenz bei der Grubenwassereinleitung

[21.8.2026]

Im Genehmigungsbescheid für Haus Aden heißt es zum Integralen Monitoring noch so schön: "Durch das Integrale Monitoring sollen mögliche Risiken, u.a. Ausgasungen und Bodenbewegungen infolge des Grubenwasseranstiegs, frühzeitig erkannt werden, um diese vermeiden oder minimieren zu können."

Wir haben schon 2018 auf die zu erwartenden Probleme mit der Einleitung in Walsum hingewiesen. Und jetzt hat keiner der offiziellen Protagonisten es für nötig gefunden, die Mitglieder des Intgralen Monitorings über die veränderte Situation in Walsum zu informieren!. Von dritter Seite ist dabei schon der Begriff der "Verlogenheit" aufgebracht worden, von dem wir uns aber offiziell distanzieren. Wir sprechen nur von Intransparenz, was es aber auch nicht viel besser macht!

  1. Grubenwasser in Hamm darf ansteigen - Pippi Langstrumpf lässt grüßen
  2. Dilemma um Grubenwasser ist eingetreten - RAG und BRA hilflos
  3. Lippe und Ibbenbürerner Aa freuen schon!
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