Grubenwassereinleiung Lippe - Verzögerung - Einleitung ohne Umweltprüfung??

[26.1.2025]

RAG und Bergbehörde beteuern immer gebetsmühlenartig, sie hätten "alles im Griff". Da muss es doch sehr verwundern, dass es immer wieder zu Verzögerungen bei Anträgen zur Grubenwassereinleinleitung und demzufolge auch bei den erforderlichen Genehmigungen kommt. Der Westfälische Anzeiger berichtete am 21. 1.

Wir sind natürlich froh, wenn es zur Einleitung in die Lippe gar nicht erst kommt, favorisieren wir doch die untertägige Einleitung des Grubenwassers ins mittlere Revier (wie es an anderen Stellen auch geschieht) und dann schließlich die Einleitung unmittelbar in den Rhein.

Andererseits ist das Ganze eben kein normales Unterfangen eines Unternehmens, dass durch seine Maßnahmen die Umwelt belastet. Hier wird selbstverständlich eine Produktion oder anderes mit Einflussen auf die Umwelt erst dann genehmigt und begonnen, wenn alle Belange des Umweltschutzes ausreichend geprüft, u.U. gerichtlich überprüft und schließlich endgültig genehmigt sind.

RAG muss in ziemlich zeitlicher Nähe das Grubenwasser los werden, denn es darf aus verschiedenen Gründen eben nur bis zu einer gewissen Tiefe ansteigen. RAG hat irgendwann dann keine Wahl mehr und wird - wie es jetzt schon wieder angedeutet wird - das Grubenwasser ohne ausführliche Untersuchungen durch eine "Ausnahmegenehmigung" wieder in die Lippe einleiten nach dem Motto: es ist alternativlos - das konnte keiner ahnen - damit konnte keiner rechnen - unsere Prognosen waren richtig, sind nur leider nicht eingetreten.

Womöglich gibt es dann wieder den engen mail-Verkehr zwischen RAG und Bergbehörde und die Allgemeinheit schaut ohnmächtig zu, wie die Lippe wieder verschmutzt wird, nachdem sie sich mühsam über die letzten Jahre von der Salzfracht und den Umweltgiften erholen konnte.

Problematischer Salzbergbau

[8.1.2025]

Jetzt ist auch die überregionale Öffentlichkeit auf die Probleme des Salzbergbaus am Niederrhein aufmerksam geworden. In einem Beitrag des ZDF werden die Gefahren für die Umwelt und die Menschen dargestellt - leider ziemlich knapp.

Illegale Einleitung in die Ruhr - offiziell bestätigt?

[13.12.2024]

Jetzt haben wir die Bestätigung über die illegale Einleitung von Grubenwasser in die Ruhr.

In der heutigen Sitzung des Unterauschusses Bergbausicherheit haben wir nochmals auf die illegale Einleitung von Grubenwasser in die Ruhr hingewiesen. Auf die Frage der Vorsitzenden des Ausschusses, Frau Antje Grothus, an den Leiter der Abteilung 6 (Bergbehörde), ob er sich dazu äußern möchte, kam nur, nein, er möchte dazu nichts sagen.

Das ist dann eine mehr als stillschweigende Bestätigung unserer Ansicht. Man erinnere sich, dass die Bergbehörde u.a. gegenüber der Staatsanwaltschaft behauptet hat, es sei alles richtig gewesen. Leider hatten wir damals noch nicht die Unterlagen, die eindeutig das Gegenteil zeigen.

Aber nicht nur die Bergbehörde in Form von Herrn Welz wollte unsere Aussage im Ausschuss nicht kommentieren - leider kam auch von den Mitgliedern des Ausschusses keinerlei Nachfragen.

GW Lippe - Stadt Hamm stellt sich quer

[27.9.2024]

Wie der Westfälische Anzeiger gestern berichete, will die Stadt Hamm dem geplanten Anstieg des Grubenwassers von -600m auf -380m nicht zustimmen. Die Vorlage der Verwaltung für den Rat beinhaltet grundsätzliche Bedenken wie

  • Ausgasungen von giftigem und entzündlichem Methan an der Oberfläche,
  • Hebungen durch Aufschwemmen des Untergrundes und
  • ungeklärte Haftungsfragen.

Realistisch wird aber wohl eingeschätzt, dass die Bergbehörde in guter Tradition die Bedenken der Stadt allenfalls in Nebenbestimmungen "abfedern" wird und dem Anstieg grundsätzlich zustimmen wird.

Aber: Wie wir an anderer Stelle schon dargestellt haben, bedeutet ein Grubenwasserniveau von -600m ziemlich sicher die ewige Einleitung von Grubenwasser in die Lippe, was natürlich auch keiner wollen kann.

GW Lippe - Alternative möglich?

[20. 9. 2024]

Im Unterauschuss Bergbausicherheit hat RAG erstmals zugestanden, dass u.U. auch für sie noch eine Alternative zur Einleitung in die Lippe besteht. Bekanntlich soll das Wasser bis -380 m ansteigen, um von dort auf alle Ewigkeit in die Lippe eingeleitet zu werden. Über 10 Millionen Kubikmeter Wasser mit hoher Salzfracht und diversen Umweltgiften (u.a. PCB) soll ewig die Lippe belasten, die sich seit 2019 gerade ohne GW-Einleitung von den jahrzehntelangen Belastungen erholt.

Der Vertreter der RAG deutete nun an, dass es kurz oberhalb der geplanten Tiefe von -380 m bei etwa -369 m eine Überleitung über die Provinz Carolinenglück in das mittlere Ruhrreviert bis hin nach Lohberg (und dort in den Rhein) gibt, die ggfs. doch zur Entsorgung des Grubenwassers auf andere Art genutzt werden kann. Das wisse man aber noch nicht so genau.

Da bleibt die Frage, wie man weiteres Wissen erreichen will. Nachschauen kann da keiner mehr, ausprobieren geht natürlich, wenn als Alternative die Pumpanlagen vorhanden sind und beim Versagen der Wegigkeiten sofort anspringen können. (Vergleichbares ist an anderen Stellen im Revier durchaus vorgesehen.)

Bei dieser Ewigkeitsaufgabe muss alles unternommen werden, um die Umwelt (hier: die Lippe) möglichst zu schonen!

[25. 9. 2024] Ergänzung:

Der Westfälische Anzeiger hat nun auch darüber berichtet.

Spannend bleibt es in jedem Fall: RAG will jetzt erst einmal mit Hinweis auf ein Landesgutachten (G.E.O.S.) den Anstieg auf -380 m beantragen. Dem so gerne zitierten Gutachten ist aber diese Zahl nicht zu entnehmen. Hier findet sich nur der Anstieg auf -300 m als mögliches Optimum. Wenn die RAG davon spricht, dass sie mit dem Grubenwasser aus -380 m die Lippe weniger belastet als früher, ist das richtig. Aber im Moment wird die Lippe überhaupt nicht mit Grubenwasser belastet und dabei soll es auch bleiben.