LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[21.12.2018]

Es ist vollbracht! Politik und Gewerkschaften haben endlich den Steinkohlenbergbau zu Grabe getragen - und anders als in der Bibel, wird es auch kein Auferstehen geben. Bis zur Peinlichkeit wurde das Loblied auf den Segen des Bergbaus gesungen - die Belatungen für die Bürgerinnen und Bürger und die negativen Folgen für Umwelt, Privatvermögen und kommunale Infrastruktur wie auch die Ewigkeitskosten wurden erfolgreich ausgeblendet. Die Spitze der Verblödung ist, dass jetzt auch noch der Bergmann als Ampelmännchen kommen soll.

Bei den Feierlichkeiten wurde die Geschichtsklitterung wieder fortgesetzt:

  • J.C. Juncker: "die Steinkohle war der Beginn der EU" - richtig ist: Die Montanindustrie, also Stahl und Eisen mit der Kohle, stand am Anfang der europäischen Union.
  • Steinmeier: "die Subventionen sind beendet" - richtig ist: Auch in 2019 wird die RAG noch ca. eine Milliarde Euro erhalten - unabhängig von einer Kohleförderung
  • NN: "die RAG-Stiftung wird die Ewigkeitskosten übernehmen" - richtig ist: Schon jetzt ist abzusehen, dass die Erträge der Stiftung die Pumpkosten von ca. 225 Mio Euro jährlich nicht abdecken können. Also muss das Kapital angegriffen werden und - wie im Steinohlefinanzierungsgesetz von 2007 festgeschrieben - später der Steuerzahler wieder einstehen müssen.

[7.12.2018]

- 5. Februar 2019: 19. KBU – Kolloquium zu Wirtschaft und Umweltrecht: „Kohleausstieg: aktuelle Entwicklungen“ in Aachen mehr>>

- 7. März 2019: Tagung Nachbergbau an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum (tw. RAG finanziert, aber trotzdem oder vlt. gerade deshalb interessant) mehr>>

(Beide Tagungen sind kostenpflichtig, die erstere richtig teuer!)


[4.12.2018]

arte zeigt am 4. und 5. 12. 2018 eine sehr sehenswerte Dokumentation über die Geschichte des Steinkohlenbergbaus. Eine Erkenntnis ist, dass die  "groß-industriellen" Weltkriege des letzten Jahrhunderts ohne die Steinkohle nicht möglich gewesen wäre. England, Frankreich und Deutschland förderten - fast immer in unmenschlicher Arbeit - massenweise Steinkohle, um das Machtstreben der Eliten durchzusetzen. Die Ruhrbarone wie Thyssen und Krupp spielten eine unrühmliche Rolle - nicht erst bei der "Dicken Berta", der weltweit größten Kanone aus dem II. Weltkrieg.

zur arte-Mediathek

Leider sind die Beiträge - anders als die Jubelbeiträge zum Bergbau - nur bis zum 11. 12. 2018 abrufbar. Wer das verpasst, sollte vielleicht mal arte anschreiben, warum der Beitrag nicht länger zu sehen sei.

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