LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[20.12.2019]

Wie im Ruhrgebiet soll auch das Grubenwasser zur Kostenreduzierung im Saarland ansteigen, dort sogar bis zum natürlichen Austritt an der Erdoberfläche und zur Einleitung in die Saar (In Ibbenbüren ist Vergleichbares geplant).

Dazu hatte die RAG zunächst einen Plan zum Anstieg auf ca. -400m NHN, etwa 550m uter eder Erdoberfläche, geplant und von der Bergbehörde genehmigt bekommen. Dagegen hatte die Gemeinde Nalbach geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen. Auch nach der Berufung durch RAG und Bergbehörde bleibt es nach Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Saarbrücken dabei, dass das Grubenwasser nach diesem Abschlussbetriebsplan nicht ansteigen darf.

Grundsätzlich geht es um die Frage, ob der Grubenwasseranstieg "scheibchenweise" betrachtet und genehmigt werden darf. Das ist jetzt endgültig vom Tisch. RAG muss jetzt eine Planung vorlegen für den gesamten Prozess des Anstiegs, die Bergbehörde ein öffentliches Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen.

Kritikpunkte der Bergbaubetroffenen sind neben der "Salamitaktik" insbesondere nicht berücksichtigte Gefahren für die Bevölkerung durch verstärkten Austritt von Radon, erneute Erdbeben u.a. Diese Fragen können dann in Zukunft vernünftig abgeklärt werden, bevor es zu einem Anstieg des Grubenwassers kommt.

Anbei die Pressemitteilung der Gemeinde Nalbach.

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[28.11.2019]

Ungleichbehandlung der Bürgerinnen und Bürger bei Kanal- und Straßensanierung

Problem


Durch Steinkohlenbergbau ist in den Einwirkungsbereichen die Infrastruktur schwer gestört worden, bei den Abwasserkanälen neben der Schädigung der Rohre auch häufig die Fließrichtung (sog. „Vorflut“) verändert worden. Straßen und Kanäle müssen daher vorzeitig, d.h. vor dem normalen Ende ihrer „Lebenszeit“ erneuert werden.


Kostenübernahme Bergbau


Selbstverständlich übernimmt der Bergbauunternehmer einen Teil der Kosten. Wie hoch der Anteil des Bergbaus ist, ist aber nicht allgemein festgeschrieben, sondern wird zwischen dem Unternehmer und der Kommune verhandelt. Grundlage bildet dabei die sogenannte Restnutzungsdauer, die ein Kanal ohne Schädigung gehabt hätte. Das ist insoweit verständlich, als dass bei einem Kanal, der sowieso schon aufgrund seines Alters bald erneuert werden müsste, der Bergbauunternehmer nicht so viel Entschädigung bezahlen muss wie bei einem fast neuen Kanal. Entscheidend für den Anteil des Bergbaus ist also die Nutzungsdauer eines Kanals. Eine hohe Nutzungsdauer führt dabei dann auch zu einem hohen Anteil des Bergbaus.


Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger


KanalsanierungDie verbleibenden Kosten werden auf die Immobilienbesitzer verteilt. Da wird es dann interessant beim Vergleich der Kommunen. Während die Stadt Moers von einer Gesamtnutzungsdauer von 50 Jahren ausgeht und damit der Bergbauanteil relativ gering ist, müssen die Bürgerinnen und Bürger in Recklinghausen nur weniger bezahlen, weil hier eine Nutzungsdauer von 100 Jahren angesetzt wird.


Bei einem 30 Jahre alten Kanal und Sanierungskosten ergeben sich dann Anteile von ca. 60% in Moers bzw. 30% in Recklinghausen, die von den Bürgerinnen und Bürger über die Gebühren bezahlt werden müssen. Das kann bei möglichen Kosten von einigen Millionen Euro schon einige Tausend Euro Differenz ausmachen.


Ähnlich ist es auch bei der Sanierung der Straßen. Verschlimmert wird die Situation hier noch dadurch, dass die Bürgerinnen und Bürger teils direkt über eine Sonderzahlung zur Kasse gebeten werden. Ein Teil wird über die kommunalen Abgaben auf alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt umgelegt.


Keine Bergschäden in Herne und Dortmund?


Verblüffend auch die Aussagen aus den Rathäusern in Herne und Dortmund. Dort gibt es angeblich überhaupt keine Sanierung aufgrund von Bergbau! Und in Essen hat die RAG sämtliche Ansprüche der Stadt für alle Zukunft durch eine Einmalzahlung abgegolten.

 

Der LVBB fordert, dass landesweit eine Nutzungsdauer von 100 Jahren für Kanäle festgelegt wird.


Bezüglich der Straßensanierung wie –erschließung schließen wir uns den Forderungen des Bundes der Steuerzahler auf vollständige Übernahme durch die öffentliche Hand an.

 

 


[26.11.2019]

Wir sind jetzt auf einen Beitrag des Süddeutschen Rundfunkts zum Grubenwasseranstieg im Saarland aufmerksam geworden:

"Pumpen oder laufen lassen"

Hier werden die Probleme des Grubenwasseranstiegs beleuchtet - teilweise auch übergreifend für NRW gültig.


[20.11.2019]

Der Bergbau ist gegangen - die Probleme bleiben!

Das war unsere Botschaft zur Schließung des letzten Bergwerks im letzten Jahr. Dass der Bergbau eben nicht vollständig gegangen ist, zeigen jetzt die Erdbeben, die der WESTFÄLISCHER ANZEIGER jetzt vermeldete. Immerhin erreichte das Beben eine Stärke von 2,6 auf der Richterskala.

Bekannt ist, dass nicht so sehr die Richterskala für die Schäden entscheidend ist. Vielmehr geht es um die Schwinggeschwindigkeit, die an der Oberfläche gemessen wird. Leider werden diese Werte weder von der Erdbebenstation in Bochum noch - entgegen unserer Forderung - von der Bergbehörde flächendeckend erhoben. So bleibt der errechnete Wert von 3,5mm/sec fiktiv, auch unter der offiziell zugestandenen Grenze von 5mm/sec für das Auftreten von Bergschäden. Weh dem, der dabei Böses denkt!

Artikel aus dem WA >>

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