LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[1.8.2019]

Die RAG landet einen Coup. Sie hat sich - sicher mit erheblichem finanziellen Aufwand - den Leitenden Bergwerksdirektor Grigo von der Bezirksregierung Arnsberg an Land gezogen. Da passt ja wohl eher der umgekehrte Spruch "Vom Paulus zum Saulus"! Zum 1. September soll Grigo, der bisher die Abteilung "Nachhaltigkeit im Bergbau" geleitet hat, für den Nachbergbau bei der RAG zuständig sein. Unter Aufgabe seiner Pensionsansprüche wechselt Grigo den Arbeitgeber.

Die Politik ist zu Recht äußerst irritiert und hat eine Überprüfung sämtlicher Entscheidungen der letzten zwei Jahre angeordnet, an denen Grigo beteiligt war. Aber so einfach wird es nicht sein. Es geht bei Entscheidungen der Bezirksregierung nicht womöglich um Rechtsbruch. Es ging und geht immer darum, ob sich die BR als Erfüllungsgehilfe der Unternehmer oder als Sachwalter öffentlicher Interessen versteht. Wie sagte der Abteilungsleiter Wagner kürzlich: "Wir sind für die Rohstoffsicherung verantwortlich". Da ist nichts mehr von einem Ausgleich der Interessen von Bürgerinnen und Bürgern einerseits und den Interessen des Bergbauunernehmers die Rede. Insofern wird Grigo seine Einstellung zum Bergbau sicher nicht ändern müssen!


[16. 5. 2019]

Immer noch Ärger mit Bergschäden


Bürger klagten beim Stammtisch der SGB in Rheinberg


Zahlreich waren die Bürgerinnen und Bürger erschienen, um dem Landtagsabgeordneten René Schneider ihr Leid bei der Regulierung von Bergschäden zu klagen. Als Mitglied des Unterausschusses für Bergbausicherheit, der inzwischen auch die Belange der Immobilienbesitzer im Blick hat, war Schneider ein kompetenter Ansprechpartner.
Vielfältig sind die Probleme, die aufgezeigt wurden. Ganz vorne stand die nicht akzeptable, sehr lange Bearbeitungsdauer. Da vergehen zwischen Schadensmeldung und Bearbeitung gerne mal vier bis sechs Monate; in einem Fall hatte ein Bürger mehr als ein dreiviertel Jahr warten müssen, bis sein Schaden überhaupt einmal besichtigt wurde. Zunehmend wird auch die Tendenz der RAG feststellbar, dass sie an Objekten keinerlei Bergschäden mehr anerkennen will, obwohl sie in der Vergangenheit problemlos reguliert hatte. Angeblich könnten keine Schäden mehr entstehen. Nach Erkenntnissen der SGB sind aber auch zehn Jahre nach Ende des Abbaus noch Schäden möglich. Der Vorstand wies aber auch daraufhin, dass man seine Schäden zügig melden sollte, damit nicht irgendwann die Verjährung eintritt.


[12.5.2019]

BLU richtet die Landesdelegiertenversammlung des LVBB in Lippramsdorf aus

Auf Einladung seines Mitglieds BLU führte der LVBB die Landesdelegiertenversammlung 2019 am 11.Mai 2019 in Haltern am See, im Heimathaus in Lippramsdorf durch.

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Die Delegierten und Besucher erhielten vor der Versammlung die Gelegenheit, bei einer Begehung der Baustelle des Neubaus des Lippedeiches HaLiMa die unübersehbaren Folgen der Bergsenkungen zu erahnen und dabei die finanziellen und technischen  Aufwendungen einzuschätzen, die erforderlich sind, um den Lippedeich standsicher zu machen, um das Hinterland vor Überflutungen dauerhaft zu schützen. Die sachkundige Führung am Lippedeich übernahm der Projektleiter der Baumaßnahme, Herr Dipl.-Ing. Gerhard Fromanowicz, von Lippeverband.


[17.4.2019]

Die Stadt Kamp-Lintfort freut sich zu recht über die Landesgartenschau, die heute genau in einem Jahr eröffnet wird (siehe nrz vom 13. 4.). Aber es ist eben auch nicht alles Gold, was glänzt.

Man braucht auch nicht darüber nachzudenken, was Kamp-Lintfort ohne Bergbau heute wäre - das ist Geschichte. Von daher ist es verständlich, wenn auf dem Gelände der LAGA auch des Bergbaus gedacht werden soll. Den Bergbau zu verherrlichen ist aber genauso wenig angebracht. Wer über das Gelände der LAGA ab 2020 laufen wird, ahnt wahrscheinlich nicht, dass er über eine Sondermülldeponie läuft. Unter dem Hügel des "Sicherungsbauwerks" liegt das Gift aus 100 Jahren Bergbaugeschichte. Auf ewig muss das verseuchte Grundwasser in der Umgebung abgepumpt und gereinigt werden.
Die Bürger aus Rheinberg haben sicher auch kein romantisch-verbrämtes Verhältnis zum Bergbau. Jahrelang haben sie unter Bergschäden, Erdbeben, Störungen an Stromversorgung und öffentlichen wie privaten Kanälen gelitten und sind dankbar, dass der Bergbau früher als ursprünglich vorgesehen beendet wurde.
Das sind Aspekte des Bergbaus die ehrlicherweise auch zu einem Gedenken an ihn gehören und im neuen Besucherzentrum präsentiert werden sollten. Aber vielleicht stört das auch zu sehr die "heile Welt des Kumpels". Es war doch alles soooo schön!

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