LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[6.1.2021]

Titelseite kleinDas von Prof. Dr. Dr. Kord Ernstson in einer Broschüre leicht verständlich dargestellte Georadar-Verfahren zur Untersuchung des Untergrunds steht jetzt auch online zur Verfügung. Georadar stellt eine kostengünstige Möglichkeit dar, den Untergrund um und unter einer Immobilie auf Einflüsse durch den Bergbau zu untersuchen. Damit werden kostenintensive Verfahren wie Bohrungen oder Rammkernsondierungen überflüssig.

Hier geht es zum Beitrag.


[26.12.2020]

Seit langem ist bekannt, dass die großen (ehemaligen) Kohlekonzerne RAG und RWE im Zusammenspiel mit der Gewerkschaft IGBCE die Politik in NRW (und darüber hinaus) fest in der Hand haben. Schon Kanzler Kohl(e?) litt darunter. Als er vorsichtige Pläne zur Förderdrosselung äußerte, marschierten dann mal eben ein paar Tausend Kumpels nach Bonn, um das schnell zurecht zurücken.

Mit großen Schwierigkeiten ist es dann 2007 mit dem Steinkohlefinanzierungsgesetz gelungen, das Ende des Steinkohlenbergbaus einzuläuten. Die IGBCE wurde großzügig mit Wohnungeigentum abgespeist, die SteinkohlePartei Deutschlands mit dem Ehrenknappen Müntefering bekam ihre Revisionsklausel. (CDU und FDP brauchen sich jetzt nicht entspannt zurücklehnen. Die waren immer dann gegen Kohleabbau, wenn sie nichts zu sagen hatten, s.u.)

Jezt haben wir bzgl. der Braunkohle wieder ein eindrucksvolles Beispiel, inwieweit finanzielle Interessen eines Konzerns das Geschehen diktieren. Dabei muss man im Hinterkopf haben, dass viele Kommunen (und damit deren Politiker) über ihre Aktienpakete natürlich brennend (passt ganz gut!) daran interessiert sind, dass RWE viel Geld verdient - Umwelt egal.


[18.12.2020]

Wie in einem anderen Beitrag dargelegt, nehmen zur Zeit die bergbaubedingten Erderschütterungen zu. Dieses Mal ist sicher der Grubenwasseranstieg Ursache der Erdbeben.

Leider unternimmt die Bergbehörde (BR Arnsberg, Abt. 6) nichts, um selbst oder auf eigenen Auftrag hin, die Erschütterungen zu messen. Besonders kritisch ist das vor dem Hinergrund zu sehen, dass mit der letzten Änderung des Bundesberggesetzes Schäden durch Erschütterungen auch der Bergschadensvermutung nach §120 unterliegen. Dazu muss aber von der Bergbehörde eine "Einwirkungsbereich" festgelegt werden. Bei den Abbauten war das noch einfach, da hat man - fälschlicherweise - die vorgebliche Nullinie als Begrenzung genommen.

Für die Festelgung des Einwirkungsbereiches bei Erschütterungen haben die "Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands" einen Leitfaden herausgegeben.

Darin heißt es unter 3.2.

"Die Bergbehörde muss sicherstellen, dass die Bergbauregion seismisch überwacht wird. Sie muss sicherstellen, dass im Fall eines seismischen Ereignisses relevante Daten, die von Bergbaubetrieben und Fachstellen erfasst werden oder vorliegen (z. B. Wellenformdaten seismischer Stationen oder Meldungen über Schäden an Gebäuden) für die Festlegung des Einwirkungsbereichs zur Verfügung gestellt werden."

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bergbehörde ihre Aufgabe nicht erfüllt!


[16.12.2020]

Der MdL René Schneider hat zu den bergbauinduzierten Erdbeben einen Bericht der Landesregierung eingefordert, der am 18. auf der UA-Sitzung hätte präsentiert werden sollen. Die Sitzung ist abgesagt, der Bericht aber erstellt.Seismisches Ereignis Logo Behrens

Wie üblich werden wieder Nebelkerzen geworfen. Es wird nicht dargestellt, dass die Bergbehörde keinerlei eigene Messungen unternimmt bzw. veranlasst hat. Es wird auf die Erdbebenstation des Landes in Bensberg bzw. die in Bochum hingewiesen. Es erfolgt keine klare Unterscheidung zwischen "gemessener" Magnitude (kein Messgerät ist in 1000m Tiefe vor Ort um die zu messen!) und der Schwinggeschwindigkeit an der Erdoberfläche gemacht (an der sich die Belästigungen und mögliche Schäden nach der einschlägigen Norm DIN 4150 orientieren). Der Minister preist die Untersuchungen der Uni Bochum, hat aber selbst keinen Anteil an dem Zustandekommen - es handelt sich um ein Bundesforschungsprojekt.

Zu den möglichen Bergschäden verweist das MWIDE auf das Moers-Kapellen-Urteil, nach dem Bergbau nur dann verhindert werden muss, wenn die Häuser zusammen zu brechen drohen. Diese Sorge braucht man bei den Erdbeben sicher nicht haben. Es können aber alte Risse wieder aufbrechen, neue Risse auftreten, wenn ein durch den Einfluss des Abbaus unter Spannung stehendes Gemäuer weiteren Belastungen ausgesetzt wird. Die Betroffenen werden dabei allein gelassen.

Schließlich wird noch auf das Integrale Monitoring zum Grubenwasseranstieg hingewiesen. Dort wurde aber schon festgestellt, dass die zur Zeit durchgeführten Messungen nicht der DIN entsprechen würden, also für die Durchsetzung von Ersatzansprüchen nicht geeignet wären.

Hier geht es zum Bericht des MWIDE

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