[26.8.2026]
Das Niedrigwasser des Rheins ist in aller Munde, die RAG leitet schon seit Wochen in Walsum "illegal" Wasser in den Rhein - aber was ist eigentlich mit der Lippe, die ja nach den Plänen von RAG und Bergbehörde wieder mit Grubenwasser verseucht werden soll.
Bisher ist gesetzlich festgelegt, dass der Lippe-Abfluss in Hamm ca. 10m3/sec betragen muss. Um das zu gewährleisten, gibt es ein Überleitwerk, was bei drohendem Niedrigwasser der Lippe Wasser aus dem Hamm-Datteln-Kanal in die Lippe leitet, bei Hochwasser auch in umgekehrter Richtung Wasser fördern kann. Das dann im Kanal fehlende Wasser wird - ziemlich kompliziert - über das gesamte westdeutsche Kanalnetz, sogar mit Zuflüssen aus Werra und Fulda ausgeglichen. Das ist eine eigene Wissenschaft. Regulieren tut das Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle in Duisburg.
Interessant ist nun, wie die Verhältnisse in den letzten Tagen und Wochen waren. Seit Anfang des Jahres wurde immer nur Wasser in die Lippe eingeleitet. Die Mengen nahmen dabei im Juli und August erheblich zu. Der Wasserabfluss der Lippe ohne diese Zufuhr hätte in Hamm weniger als die o.g. 10m3/sec betragen. Die aktuellen Werte kann man in der Grafik sehen:
Das ist aber für die Zukunft keine fiktive Kurve mehr. Emschergenoosenschaft /Lippeverband planen für die Zukunft einer Abschaffung der o.g. Wasserregulierung, eine Renaturierung der Lippe und einen Rückbau aller die Natur behindernder Wehre.
Daraus ergbit sich, dass RAG und Bergbehörde bei einer möglichen Einleitung in die Lippe mit viel geringeren Abfussmengen der Lippe kalkulieren müssen als zur Zeit noch vorhanden sind. Hier darf nicht wieder der Wunsch der Vater der Entscheidungen sein, die Bergbehörde muss endlich die Realitäten - auch des Klimawandels - anerkennen.