Kein Ende der ungenehmigten Einleitung in Walsum in Sicht

[6.9.2026]

Nach einer kleinen "Erholung" sinkt der Rheinpegel wieder und wird es nach der Prognose der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auch noch länger tun. Hier ein Bild vom Stand heute: 2026 09 06 Rheinwasserstand

Von der Landesregierung liegt inzwischen ein Bericht für den Unterausschuss Bergbausicherheit (Sitzung am 15. 9.) vor, der zwar öffentlich ist, deren Verbreitung die LR aber offenbar scheut. Ansonsten hätte die LR über das übliche Portal des Landtags eine Verbreitung anstreben können. Den Bericht stellen wir gerne zur Verfügung.

In dem Bericht spricht die LR davon, vom 3. bis 18. August hätte RAG zuviel Wasser eingeleitet. Doch was ist danach passiert. Auch hier wird wieder (zumindest bis heute) nicht der übliche Weg der Transparenz eingehalten. Über elwasweb.nrw.de sind Einleitmengen abrufbar, allerdings nur bis zum Juli. 

Der Weg in elwasweb ist etwas kompliziert:  Zunächst oben "Daten", dann links "Einleitstellen", dann Häkchen bei Grubenwasser und unten "Suchen". In der Tabelle taucht dann als zweiter Eintrag eine Nummer mit der Beschreibung Walsum auf - die Nummer klicken; dann oben statt "Stammdaten" "Messstellen" auswählen;  Es gibt nur eine: wieder auf die Nummer klicken und oben im Auswahlfeld die "Einleitmengen" anwählen. Ab 2024 sind die täglichen Werte eingetragen; weit nach unten scrollen und man erhält die "aktuellen"; leider (noch?) nicht für den August.

Parallel zu den Einleitmengen kann man über das Geodaten-Portal der RAG die Grubenwasserstände sehen, hier nur sporadische Eintragungen:

Auch hier ist es nicht so ganz einfach: nach Aufruf der website links auf "Bürgerinformationsdienst", dann die Nutzungsbestimmungen akzeptieren und man ist erst mal im System. Links unter "Wasserhaltung" die Grubenwasserpegel anwählen. Dann werden in der Karte durch grüne Punkte die vorhandenen Pegel angezeigt. Durch die Karte schieben, scrollen etc. bis man im Westen die Markierung für Walsum gefunden hat. Anklicken und ein neues Fenster öffnet sich. Dort im oberen Bereich "Messwerte" anwählen und man erhält eine Tabelle der letzen Werte.

Hier wird auch deutlich, dass die Aussage der LR im o.g. Bericht, dass RAG seit dem 18. 8. nicht zuviel einleitet, kaum zu glauben ist.  Es fallen 12,8 m3 / min Grubenwasser an. Die werden auch abgepumpt - ansonsten würde der GW-Pegel ansteigen. GW Pegel 2026 09 06 BID RAG
Genehmigt sind bei derzeitigem Wasserstand des Rheins aber nur 5m3 / min, nach Prüfung durch die Behörden (bisher nicht erfolgt, das angeblich vorhandene Gutachten des Haus- und Hof-Gutachters der RAG kennt die Öffentlichkeit nicht) bis maximal 10 m3 / min.

Es passt also vorne und hinten nicht - der Rhein und der Klimawandel macht das Wolken-Kuckucks-Heim von RAG und Bergbehörde zu nichte!

Und weil es wirklich Realsatire ist, hier ein Zitat aus dem o.g. Bericht:

"Warum die Überwachung in den betrieblichen Abläufen im aktuellen Fall nicht so gegriffen hat, dass rechtzeitig gegensteuernde Maßnahmen zur Vermeidung nicht genehmigter Zustände hätten umgesetzt werden können, und warum die Bergbehörde erst spät informiert wurde, wird derzeit geprüft. Die Bergbehörde behält sich ordnungsbehördliche Schritte vor."

Man will immer noch nicht wahr haben, dass die Planung von vornherein zum Scheitern verurteilt war. MWIKE und MUNV haben dem Treiben von Bergbehörde und RAG teilnahmslos zugeschaut, die Bedenken der BR Düsseldorf als Wasserbehörde wurden weg gewischt und RAG erhielt die Genehmigung wie gewünscht - ohne Auflagen zur Reinigung des Grubenwassers. Jetzt von "ordnungspolitischen Schritten" gegenüber RAG zu sprechen, ist wirklich ein Witz. "Der Fisch stinkt immer vom Kopf her" heißt es so schön. Da müssten ganz andere "Köpfe rollen". Wie hieß es so schön im Koaltionsvertrag: man wolle die Strukturen der Bergbehörde optimieren. Da warten wir schon lange drauf. Es ist auch wieder so, dass die Behörde, die den Mist mit zu verantworten hat, jetzt über die Lösung entscheiden darf!

 

 

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