LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[15.10.2018]

Nachdem wir uns beim WDR ob seiner einseitigen Darstellung des Steinkohlenbergbaus beklagt hatten, sind jetzt auch die - durchaus vorhandenen - bergbaukritischen Beiträge leicht über einen Link zu erreichen. Das Verhältnis der Anzahl der Beiträge wird dabei deutlich: sicher ungefähr 9:1. Aber es ist zumindest ein kleiner Erfolg.

"Bergbauseite des WDR" : https://www1.wdr.de/nachrichten/bergbau/index.html

Am 24. 10. wird ein Beitrag aus der Reihe "die Story" ausgestrahlt, zu dem wir Beiträge geliefert haben. Es bleibt abzuwarten, was der Redakteur daraus gemacht hat. Ankündigung des WDR unter https://www1.wdr.de/fernsehen/die-story/sendungen/glueckauf-und-vorbei100.html


[4.10.2018]

Der Wald ist geräumt, die Landesregierung (CDU-Laschet, FDP-Pinkwart) betont die rechtliche - zur Zeit vor dem OVG hinterfragte - Position von RWE. Die SPD (Kutschaty) sieht auch keinen Handlungsbedarf, im Gegenteil, sie sorgt sich in Person von Guido van den Berg über die Rechtsverstöße vor Ort (die kein normaler Mensch verteidigen kann.) Zwei Anfragen machen die Haltung wieder deutlich:

Welche Informationen hat die Polizei zu Bedrohungen gegenüber Zulieferern von Tagebauen durch Extremisten?

Wie sieht die Strafverfolgungs-Bilanz der Baumhaus-Räumungen im Hambacher Forst aus?

Da es neben der rechtlichen Seite eine viel wichtigere politische Seite des Tagebaus gibt, versuchen Die GRÜNEN eine politische Lösung zu finden:

Gesellschaftlichen Konsens zum Kohleausstieg ernst nehmen: Rodungsmoratorium und neue Leitentscheidung jetzt

 


[24. 9. 2018]

Ende 2018 beenden die zwei letzten Steinkohlezechen der RAG in Deutschland mit den Standorten in Bottrop und Ibbenbüren offiziell den Abbau von Steinkohle. Damit müssen nach dem sogenannten „Ausrauben“ der Gruben die Ableitungen der Grubenwässer neu organisiert und genehmigt werden. Gefahren für das Grundwasser durch beispielsweise Salze, Schwermetalle und das Ultragift PCB und Bergschäden durch Geländehebungen sind soweit wie möglich zu reduzieren.Im Saarland wurde für das zu genehmigende Grubenwasserkonzept ein Planfeststellungsverfahren mit einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung und einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingeleitet. Allerdings auch erst nach massiven Interventionen aus der Bevölkerung und Politik. Für die Zechen in Nordrhein Westfalen ist aber sehr zum Unmut vieler Bürgerinitiativen und
Umweltverbände so ein Planfeststellungsverfahren mit einer UVP nicht vorgesehen. Die Politik in den Städten, Gemeinden, Kreisen und im Landtag in NRW hat leider bisher nicht wie die Kollegen im Saarland die BI´s und Umweltverbände deutlich mit entsprechenden Maßnahmen unterstützt.

Die unterschiedliche Vorgehensweise der RAG zwischen dem Saarland und NRW ist nicht hinnehmbar, zumal die gesetzlichen Grundlagen in beiden Bundesländern die selben sind. Daher hat sich jetzt in Ibbenbüren eine neue Grubenwasser - Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des BUND, NABU, LNU, Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land und des Landesverbandes Bergbaubetroffener NRW formiert. Gemeinsam will man seine Kräfte bündeln und massiv für das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger und der Umwelt kämpfen.

Ansprechpartner ist Norbert Westphal von der Bürgerinitiative Bergbaubetroffener im Ibbenbürener Steinkohlenrevier, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


[19.9.2018]

Das Bergschadensforum unter der Schirmherrschaft der Schlichtungsstelle Braunkohle, organisiert und von den Themen bestimmt durch RWE, hat jetzt wieder in Bergheim statt gefunden.

Themen waren:

  • Bericht der Schlichtungsstelle Norbert Temburg, Geschäftsstellenleiter der Schlichtungsstelle Braunkohle NRW
  • Bergschadensbearbeitung aus der Sicht einer Kommune Georg Gelhausen, Bürgermeister Gemeinde Merzenich
  • Schlichtungsverfahren aus Sicht der Betroffenen Ulrich Behrens, Landesverband der Bergbaubetroffenen NRW
  • Bodenbewegungskataster NRW – wie Satelliten Bewegungen künftig dokumentieren können Dr. Jens Riecken, Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW
  • Bodenbewegungsverhalten an sümpfungsbeeinflussten Störungen im Rheinischen Revier bei GrundwasserWiederanstieg Prof. Dr. Axel Preuße, RWTH Aachen
  • Identifikation von kritischen Bodenparametern für die Risikoabschätzung von Bodensenkungen durch mikrobiellen Abbau von organischen Substanzen
    Prof. Dr. Sylvia Schnell, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Experimentelle Untersuchungen zum Verformungsverhalten von Torfen Prof. Dr. Richard A. Herrmann, Universität Siegen
  • Das Schwindverhalten bindiger Böden und seine bautechnische Bedeutung – Neue Erkenntnisse Prof. Dr. Dietmar Placzek, Erdbaulaboratorium Essen
  • Modellierung sümpfungsbedingter Bodenbewegungen im Rheinischen Braunkohlenrevier Dr. Benjamin Aulbach, ZAI Ingenieure

Die Güte der Vorträge war u.E. unterschiedlich. An einigen Stellen wurde das Geschehen doch arg schön gedeutet.

Interessant in jedem Fall der Vortrag zum Bodnebewegungskataster. Alle staatlich vorhandenen Höhenwerte (auch in der zeitlichen Abfolge) sind über das WWW abrufbar, wusste Dr. Riecken zu berichten. Die Adresse lautet open.nrw.de Hier sind auch noch "unendlich" viele andere Daten über NRW abrufbar.

Ganz wichtige Erkenntnisse vermittelte auch Prof. Schnell. Entgegen der Aussage eines Gutachtens in einem Schlichtungsfall dauert die Zersetzung von "Torflinsen" viele Jahrzehnte, ist also garantiert nicht nach 20 Jahren beendet. Selbst in Gebieten, in denen das Grundwasser schon in den 50er Jahren abgesenkt wurde, halten die Einflusse auf den Untergrund noch an, können also Bergschäden hervorrufen. Dies wurde in dem angesprochenen Gutachten eindeutig verneint.

U. Behrens beklagte insbesondere die von vielen empfundene mangelnde Bereitschaft von RWE zur Schlichtung. Schlichtung bedeutet immer eine Quotelung der Schadensursache, von 0% bis 100% mit allen möglichen Zwischenstufen. Baumängel sind womöglich auch an der Schadensursache beteiligt, ursächlich ist es aber dann doch die Sümpfung, die die Schäden auslöst. Dazu wurde die Unbrauchbarkeit der "Zuständigkeitskarte" beschrieben. Schlichtungsverfahren in Überschneidungsgebieten müssen unter Beteiligung beider beteiligten Unternehmen, RWE und EBV, stattfinden. (Den Vortrag in PPT und als Schriftform finden Sie unten als Anhang)

Alle Vorträge sollen demnächst zur Verfügung gestellt werden.

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