LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

[28.2.2018]

Am 24. 2. jährt sich das starke Erdbeben an der Saar, das zum vorzeitigen Ende des Bergbaus an der Saar führte.

Dies hat die IGAB-SAAR zum Anlass genommen, mit einer Demo an das Ereignis zu erinnern, aber auch auf die aktuellen Probleme mit dem geplanten Anstieg des Grubenwassers bis zur Erdoberfläche  hinzuweisen.

 

Der LVBB hat ein Grusswort verfasst, das auf der zentralen Veranstaltung verlesen wurde:

Sehr geehrte Damen und Herren,Vom Erdbeben seinerzeit beschädigte Kirche in Saarwellingen
liebe Freundinnen und Freunde,

10 Jahre ist es her, dass der Steinkohlenbergbau im Saarland seine gefährlichste Seite gezeigt hat und hier Menschenleben gefährdete.
Am 24. 2. 2008 wurde das Saarland von einem schweren Erdbeben der Stärke 4 erschüttert, wobei dieser Wert der Richterskala das Geschehen an der Tagesoberfläche gar nicht richtig wieder gibt. Da das bergbauinduzierte Erdbeben viel näher an der Oberfläche geschah, waren die Auswirkungen noch viel stärker als es der Wert 4 vermuten lässt.
Sie haben es hier persönlich erlebt und können sich sicherlich noch daran erinnern, wie viele Gebäude hier beschädigt wurden, viele von Ihnen haben sicher auch die Schäden an der Kirche hier in Saarwellingen gesehen. Nur einem glücklichen Umstand war es zu verdanken, dass es nicht zu Personenschäden kam.
Mit diesem Ereignis konnte die Politik nicht mehr das von Bürgerinnen und Bürger schon lange gesehene Risiko eben nicht nur für Gebäude und Infrastruktur ignorieren. Das Ende des Steinkohlenbergbaus im Saarland wurde vorgezogen.
Inzwischen sind wir auch in NRW auf der Zielgerade und ein Ende des aktiven Bergbaus mit seinen negativen Folgen für Privatvermögen, Infrastruktur und Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger ist in Sichtweite.
Die Folgen des Bergbaus werden unsere Nachkommen noch auf ewige Zeit spüren und wir als Interessenvertreter nicht nur der persönlich geschädigten Bewohner, sondern auch aller anderen in der jeweiligen Region lebenden Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ein wachsames Auge auf die Probleme des Nachbergbaus zu haben.
Im Ruhrgebiet ist der Anstieg des Grubenwassers längst im Gange, zum Glück wird allerdings bisher noch der Schutz des Grundwassers hoch gehalten, so dass der angepeilte Stand noch auf der „sicheren“ Seite ist. Krebserzeugendes PCB und Millionen von Tonnen Salz pro Jahr sind dort die großen Probleme.
Hier im Saarland möchte es sich der Steinkohlenunternehmer RAG besonders einfach machen und sich auf Dauer ganz aus dem Staube machen. Dafür soll das Grubenwasser immer weiter ansteigen, bis es dann einfach in die Saar abgeleitet werden kann. Es besteht die große Befürchtung, dass es zu unumkehrbaren Schädigungen des Grund- und damit des Trinkwassers kommt.
Bezeichnend ist, dass sich die Politik wieder sehr zurückhalten will – nur sechs Mitglieder des Landtags haben sich bis heute bei der offenen Petition zu einer Haltung bekannt. Es darf aber nicht sein, dass eine bergbaufreundliche Behörde womöglich etwas absegnet, was zu negativen Folgen für große Landstriche hier im Saarland führt. Besser ewig Grubenwasser abpumpen als das Trinkwasser ganzer Regionen verseuchen.
Der Landesverband Bergbaubetroffener wünscht den Akteuren der IGAB-Saar und ihren Unterstützern viel Erfolg bei der Durchsetzung einer umweltfreundlichen Lösung.

[22.2.2018]

Heute wird das BVG in Leipzig über mögliche Dieselverbote in Deutschland entscheiden. Neben der NOx-Belastung ist auch der Feinstaub, der u.a. von den Dieselmotoren ausgestossen wird, eine große Belastung und Todesursache für die Menschen.

Der WDR Köln hat dies in seiner "Aktuellen Stunde" mehrfach thematisiert und zitiert u.a. die European Enviroment Agency, wonach jährlich

  • 400 000 Tote in der EU
  • 66 000 Tote n Deutschland
  • 890 Tote bsp.weise in Köln

auf die Feinstaubbelastung zurückzuführen sind. Neben den PKW, der Industrie, der Rheinschifffahrt trägt aber auch der Braunkohleabbau in der Groß-Region Köln erheblich zur Feinstaubbelastung bei. Von daher ist zu vermuten, dass die Zahl 890 für Köln noch wesentlich höher ist, da die Zahl durch vereinfachte Rechnung zustande gekommen ist.

[20.2.2018]

Nicht nur das Ruhrgebiet - auch die Region Ibbenbüren muss sich "neu erfinden" nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus.

Der Landtagsabgeordnete Frank Sundermann hat bei der Landesregierung nachgefragt und diese hat geantwortet. Die Landesregierung beteuert, dass nicht nur die "Ruhrgebietskonferenz", sondern auch das die Ibbenbüren betreffende Projekt „Gute Aussichten!“ mit der Schnittstelle Kohlekonversion eine große Bedeutung habe. Grundsätzlich ständen beiden Regionen Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung zur Verfügung.

[14.2.2017]

Am Valentinstag wollen wir uns noch einmal der immensen Subventionen für den Steinkohleabbau in Deutschland erinnern. Neben dem Bund trägt auch das Land einen Teil der Kosten. Darüberhinaus sind Bund und Land Verpflichtungen für die Ewigkeitskosten eingegangen, falls es die RAG-Stiftung nicht mehr regeln kann. Bei allem Frust, dass womöglich doch wieder der Steuerzahler dran glauben muss, bleibt die Beruhigung, dass der einzelne Bürger nicht direkt mit seinen Problemen (womöglich Überflutung etc. ) alleine gelassen wird.

Diese Gewissheit hat man beim Salzbergbau (u.a.) leider nicht. Wie hier die Haftungsfrage sich gestaltet, wenn die Salzbergbauunternehmer womöglich Insolvenz anmelden, ist vollkommen ungeklärt. Die Politik macht da leider die Augen zu!

Steinkohlehilfen des Bundes

Steinkohlehilfen Bund und Land NRW

Aktuelle Seite: Startseite Aktuelles