LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[30.5.2017]

Wie die RAG-Stiftung in einer Pressemitteilung bekannt gab, liefen die Geschäfte im letzten Jahr sehr gut. 393 Millionen Gewinn konnten in den Fonds der Ewigkeitslasten eingezahlt werden. Die Vermögenssumme von 17 Milliarden klingt gut, die Rückstellungen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro sind dauerhaft sicher zu wenig.

Zu den bisher bekannten laufenden Ewigkeitskosten von etwa 220 Millionen Euro, die ab 2019 fällig werden, kommen allerdings die im Moment überhaupt noch nicht kalkulierbaren Kosten für die Reinigung des Grubenwassers von PCB hinzu.


[10.5.2017]

In der heutigen Ausgabe der NRZ/WAZ wurde folgender Leserbrief in der Spalte Klartext (auszugsweise) veröffentlicht. Wegen der weitergehenden Inhalte geben wir hier den Inhalt des Leserbriefs mit Erlaubnis des Erstellers komplett wieder:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der NRZ-Ausgabe vom Samstag, den 6. Mai berichten Sie über PCB aus Zechen. Der Grüne Umweltminister, Herr Remmel, fordert in einem Erlass Pilotversuche zur Entfernung des PCB aus dem Grubenwasser, das durch Öle und Hydraulikflüssigkeiten in großen Mengen unter Tage verblieben ist und sich als eine der gefährlichsten Altlasten des Kohlebergbaus für unser lebenswichtiges Grundwasser darstellt.
 Dabei hat er dem Landesoberbergamt/Bezirksregierung Arnsberg eine Reihenfolge vorgegeben: Ibbenbüren und später Haus Aden. Völlig unerwähnt bleibt jedoch das ehemalige Bergwerk Lohberg in Dinslaken. Aber genau dort plant die RAG, zukünftig 60 Millionen m³ Grubenwasser zu fördern und direkt in den Rhein abzuleiten. Als die RAG, politisch motiviert, maximale Förderkapazitäten realisierte, da wurden im Ruhrgebiet insgesamt rd. 90 Millionen m³ Grubenwasser gefördert. Das heißt: Etwa 2/3 dieser Maximalmengen sollen zukünftig (für immer und ewig?) auf Lohberg gefördert werden. Diese Wässer sind nicht nur PCB-belastet, sondern auch viel zu warm, um unbehandelt und ungekühlt in den Rhein entsorgt zu werden. Hier sollte sich Herr Remmel vordringlich kümmern und dafür sorgen, das diese Altlasten für die dort lebenden Bürger ohne zusätzliche Belästigungen durch Anwohnerfeindlich geplante Aufbereitungs- und Rückkühlanlagen beseitigt werden.

Dr. Heinrich Peters, Hünxe-Bruckhausen

 

[7.5.2017]

Die Stadtwerke Hamm steigen aus der Kohleflözgasgewinnung aus und haben den Vertrag mit Hamm-Gas gekündigt.

In den Antworten auf zwei Anfragen der PIRATEN werden die finanziellen Probleme mit Bergbauunternehmen deutlich.

Erste Anfrage mit Antwort

Zweite Anfrage mit Antwort


[2.Mai 2017]

In naher Zukunft könnte es ein Ende geben für die ungesetzliche Einleitung von hochgiftigem PCB in Lippe, Emscher und Rhein. Tag für Tag werden Millionen von Litern Grubenwasser aus großen Tiefen der Steinkohlebergwerke (aktive und ehemalige) gefördert und in die Oberflächengewässer eingeleitet. Durch die frühere Verwendung des als hoch-toxisch geltenden PCB in Hydraulikölen ist das Grubenwasser verseucht, muss aber trotzdem an die Oberfläche gehoben werden, damit die Kohlegruben nicht absaufen und auch das Grundwasser nicht vergiftet wird.

Nachdem im letzten Jahr durch ein Gutachten nachgewiesen wurde, dass die Reinigung des Grubenwassers mit vertretbarem technischem wie finanziellem Aufwand möglich ist, soll jetzt der nächste Schritt getan werden und in einem Pilotverfahren die Beseitigung des PCB erprobt werden. Dazu hat das Umweltministerium (MKUNLV) die Bergbehörde (Bezirksregierung Arnsberg, Abt. 6) angewiesen, gegenüber dem Bergbauunternehmen RAG als „Einleiter“ eine Ordnungsverfügung zur Errichtung solcher  Pilotanlagen zu erlassen.

Damit könnte die stete Vergiftung der Oberflächengewässer durch das hochgiftige, Krebs erregende PCB hoffentlich bald der Vergangenheit angehören.

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