LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

NACHBergbauzeit in NRW - Alte Bergbauflächen

[11.3.2019]

Am 7. 3. fand in Bochum die o.g. Tagung statt. (siehe auch andere Beiträge dazu)

In einem Vortrag von Markus Masuth, RAG, konnte man wieder einmal die "Schönsprache" der RAG genießen, Thema Sanierung von ehemaligen Bergbauflächen.

Der normale Bürger versteht unter dem Begriff "Sanierung" von Gebäuden o.ä. sicher, dass das betreffende Objekt in einen solchen Zustand verbracht wird, dass es wieder einer normalen Nutzung zugeführt werden kann. Doch beim Thema Bergbaufläche liegt er damit vollkommen falsch. "Sanierung" bedeutet in diesem Sinne nur, dass "keine Gefahr von der Fläche ausgeht". Betonfundamente oder die durch Kokereibetrieb jahrzehntelang ins Erdreich gebrachten Giftstoffe dürfen beispielsweise also im Erdreich verbleiben, wenn sie schön mit Erde abgedeckt werden und daher unzugänglich sind. So geschieht es derzeit beim Bergwerk Kamp-Lintfort, wo der ganze Dreck in einem "Sanierungsbauwerk" (man achte auf die Sprache) von ca. 500m Länge, 150m Breite und 6m Höhe untergebracht wird. Dann wird das Ganze abgedeckt und die Landesgartenschau kann auf dem Gelände abgehalten werden. Formuliert man anders, so hat die Stadt Kamp-Lintfort jetzt mitten im Stadtgebiet eine Sondermülldeponie ohne Basisabdichtung erhalten, die auf alle Ewigkeit das Grundwasser verseuchen wird. Schön, dass das Verfahren dazu ganz schnell abgewickelt wurde (so im Vortrag des Herrn Chmierlarczyk von der BR Arnsberg dargestellt) und dazu noch ohne eine UVP mit Öffentlichkeitsbeteiligung.

Kurz formuliert: Sanierte Bergbaufläche ist ohne weitere Behandlung eine ewige Industriebrache.

Wenn aber auf einer ehemaligen Bergbaufläche eine neue Bebauung, Wohnungen oder auch Industrie, beabsichtigt ist, dann ist eine "Revitalisierung" (Sprache!!) nötig. Das wird aber nicht vom Bergbau bezahlt, sondern da muss die öffentliche Hand, also der Steuerzahler, einspringen. Die Kosten für diese Bergbaufolgen werden weder von der RAG noch von der RAG-Stiftung übernommen. Sie bleiben wieder einmal der Allgemeinheit vorbehalten. So sind in den vergangenen Jahren fast 2 Milliarden Euro für verschiedene Projekte aufgewandt worden, während die RAG-Immobilien mit der Vermarktung dann ein positves Geschäftsergebnis erzielt.

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