LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

SGB - Geschichte

SGB Geschichte

Die SGB wurde im Jahre 1990 unter dem Namen „Schutzgemeinschaft Bergbau Rheinberg“ aufgrund der Initiative von Werner Raue  gegründet. Die Gründung war Reaktion auf die Pläne der RAG, unter dem Stadtgebiet von Rheinberg Bergbau zu betreiben.
Die Proteste der Bürgerinnen und Bürger wie auch der Politiker aus Rheinberg führten dazu, dass der Bergbauunternehmer seine Pläne zunächst fallen ließ.
Im Jahre 2002 offenbarte die RAG ihre Pläne, ab 2003 wesentliche Teile von Rheinberg (u.a. den „Annaberg“) zu unterbauen und insgesamt um 5,50m abzusenken. Hier wird die besondere Problematik sichtbar, Blau ist das bisher schon vom Hochwasser bedrohte Gebiet zu sehen, der letzte Teil von Rheinberg (hier gelb) sollte (und ist auch bis zu einem geringeren Grade als geplant) zur hochwasserbedrohten Zone werden.
Der Widerstand in der Bevölkerung wuchs, die Mitgliederzahl nahm auf ca. 1200 zu und das Erörterungsverfahren zum RBP in Kamp-Lintfort wurde von hitzigen Diskussionen geprägt.
Mit finanzieller Unterstützung lokaler Unternehmer wurden Klagen bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geführt – leider ohne Erfolg.
Parallel dazu stand aber der politische Kampf durch öffentliche Aktionen.
Protestmärsche, Auftritte beim SPD-Parteitag Rheinberg, Demonstrationen in Rheinberg, Wesel und gemeinsam mit anderen Bürgerinitiativen in Essen seien beispielhaft genannt.
Legendär ist auch der Auftritt „einfacher“ Bürgerinnen und Bürger beim Besuch des Ehrenknappen und ehemaligen Bundesvorsitzenden der SPD Müntefering in Rheinberg.
Eine Aktion erbrachte über 1200 Unterschriften gegen das umweltzerstörerische Treiben des Bergbaus, Auftritte bei Bundestags- und Landtagswahlen waren selbstverständlich.
Aber die Nöte der Bürgerinnen und Bürger wurden auch zunehmend gehört. Landtags- wie Bundestagsabgeordnete besuchten Rheinberg und die SGB, um sich vor Ort ein eigenes Bild des Bürgerprotestes zu machen.
Paul Friedhoff, die Staatssekretäre Hennerkes und Baganz, Obleute des Unterausschusses Bergbausicherheit, Ministerin Thoben, Umweltministerin Höhn, EU Abgeordneter Florenz sind nur einige.
Wichtige Themen waren weiterhin
* Radioaktivität in Fossa und Altrhein
* Radonmessung in Häusern
* Hochwasserschutzkonferenzen
* Risk Assessment-Verfahren für BW West
Unzählige weitere Gespräche in Düsseldorf mit Landes- und Bundespolitikern bestimmten weiterhin die Arbeit der Vorstandsmitglieder wie auch die Durchführung eines Stammtisches, bei dem sich die Bürgerinnen und Bürger über ihre eigenen Probleme mit der Bergschadensreguierung austauschen konnten.
Die SGB war 2006 Gründungsmitglied des Landesverbandes mit inzwischen sieben weiteren Bürgerinitiativen.
Mit dem 31. 12. 2012 schloss das Bergwerk West seine Pforten, der Abbau unter Rheinberg konnte auf zwei der fünf vorgesehenen Flöze beschränkt werden, die Senkungen im Kernbereich damit auch auf etwa 2m, weniger als geplant, aber leider immer noch genug, um auch den Annaberg zur hochwassergefährdeten Zone zu machen.
Auch nach dem aktiven Bergbau gibt es genug zu tun. Weitere Themen bestimmen die Arbeit – wenn auch inzwischen teilweise mehr überregional:
- Altrhein- und Fossasanierung
- Entschädigungen wegen Erdbeben
- Hebungsschäden wegen Grubenwasserflutung
- Entschädigungen nach Minderwertabkommen
- Bergschadensregulierung
- Risswerkführung
Schon seit 2003ist auch der Name in „Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener Rheinberg“ umbenannt worden, um deutlich zu machen, dass der Schutz der Bürgerinnen und Bürger und nicht des Bergbaus im Vordergrund steht.
Die erfolgreiche Arbeit der SGB wird dadurch deutlich, dass auch drei Jahre nach Ende des aktiven Bergbaus die Mitgliederzahl noch immer über 900 beträgt.
Der heutige Vorstand besteht aus den Personen Behrens, Heydorn, Krispien, Müller, Sarres-Schockemöhle und Sommer .

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