LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

Salzbergbau

[10.1.2016] Unter Salzbergbau in Rheinberg

werden in der NRZ vom 8. Januar die "netten" Seiten des Salzbergbaus dargestellt.

Aber es gibt auch die:

Dunkle Seite des Salzbergbaus


Leider kommt in dem ansonsten lesenwerten Artikel der NRZ vom 7.1. die negative Seite des Salzbergbaus nicht vor. Die  "Stabilität  des Bergwerks" bleibt eben nicht auf Dauer erhalten. Wenn  der  Mensch  im  Untergrund  Massen entnimmt, egal durch welchen Bergbau   oder   auch   bei   der  Gasförderung,  ist  das  immer  mit Bergsenkungen     verbunden,  hier  mit  etwa  4  bis  5m.  Und   dass Bergsenkungen  Schäden  an  derOberfläche  erzeugen,  wird  inzwischen selbst  von  den  Salzbergbau betreibenden Firmen nicht mehr bestritten.


Eine  Spezialiät  hat  dennoch der Salzbergbau: die Senkungen erfolgen langsam  über  Jahrzehnte  hinweg  bis  zu  120  Jahren. Allgemein ist wiederum, dass die Senkungen nicht so gleichmäßig erfolgen, wie es die Bergbaubetreiber   so   gerne  suggerieren.  Es  kann  sehr  wohl  zur Rissbildung  und  anderen  Schäden  in Häusern kommen. Dabei sieht die Gesetzeslage  in Deutschland nur eine maximale Verjährungsfrist von 30 Jahren  vor - viel zu wenig für den Bergbau, wo Schäden eben womöglich erst viel später auftreten können.


Pikant dabei ist, dass sich der jetzige Unternehmer, die ESCO, von der Bergschadensregulierung  durch  eine einmalige Zahlung an das Land NRW i.w.  befreit  hat und dass der vorherige Unternehmer, die Solvay bzw. deren   Schadensregulierer,   die  Cavity,  eine  Teilnahme  an  einer neutralen  Schiedsstelle  zur Feststellung von Bergschäden verweigert. Dieses  auch  noch  gerne mit dem Argument, es gäbe keinerlei Probleme bei  der  Regulierung.  Die  Bürgerinnen  und  Bürger  haben auf einer eindrucksvollen Veranstaltung im November ganz etwas anderes gezeigt.


Da  bleibt  es nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen bei der Cavity endlich an den Verhandlungstisch gehen und der "Schlichtungsstelle für den Salzbergbau" zustimmen.

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Nachtrag:

Es handelt sich hier um den Abdruck eines Leserbriefes in der NRZ.

Bzgl. der ESCO sind offenbar Missverständnisse aufgekommen. Die ESCO, die im wesentlichen unter der "Bislicher Insel" abbaut, hat mit dem Land nur bezüglich öffentlicher Grundstücke einen Bergschadensverzicht vereinbart. Für Privatbesitzer kann das Land selbstverständlich gar keine diesbezüglichen Vereinbarungen  treffen. 

 

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