LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

Erdbeben in Kirchhellen

Mit Stärke 3,5 hat es jetzt mal wieder bergbaubedingt in Kirchhellen gerappelt.

Bericht in der WAZ

Der LVBB fordert, dass endlich auch Messstellen nach DIN 4150 Teil II eingerichtet werden. Hier ist festgehalten, welche Erschütterungen den Menschen zugemutet werden dürfen. Danach richten sich dann die Aussichten für Entschädigungen, für die der LVBB an anderer Stelle gerichtliche Klärung herbeiführt.

Wenn aber nirgendwo entsprechend gemessen wird, dann hat der einzelne Betroffene kaum Aussichten, Forderungen durchzusetzen. Die BR Arnsberg weigert sich bisher, solche Messstellen einzurichten bzw. die Einrichtung von der RAG zu fordern. Wehe dem, der da Böses denkt!

Sprechen Sie Ihren örtlichen Landtagsabgeordneten auf die Problematik an!

Erschütterungswerte fragwürdig!

[5.7.2016] In einem Schlichtungsfall ging es um die Frage, ob am Schadensort die Erschütterungen "genügend groß" waren, um Ursache für die beanstandeten Schäden zu sein.

Nach der DIN 4150 ging man bisher immer davon aus, wenn die Schwinggeschwindigkeit weniger als 5mm/sec beträgt, können keine Gebäudeschäden entstehen. Diese Grenze wurde bisher von RAG und dadurch bedingt auch in Schlichtungsverhandlungen als vorgegeben betrachtet. (Obwohl die DIN 4150 überhaupt nicht für bergbaubedingte Erschütterungen gedacht ist!) Dabei besteht die Schwierigkeit, dass in der Regel am Schadensort überhaupt keine Messsstation vorhanden ist und der lokale Wert durch Rückrechnung der hoffentlich überhaupt vorhandenen Werte verschiedener Messstationen in der Nähe ermittelt wird - mehr oder weniger nach Gefühl!

Jetzt hat Dr. Fritschen von der meistens involvierten DMT (die auch die Stationen unterhält) zugestanden, dass ein Wert von 5mm/sec sicher nicht auszuschließen ist, wenn die Rückrechnung eher auf einen Wert von 3mm/sec hindeutet; dafür sind zu große Ungenauikeiten vorhanden.

Das bestätigt unsere bisherige Argumentation, alle diese rechnerisch ermittelten Schwinggeschwindigkeitswerte sind eher vage und halten strengen wissentschaftlichen Argumenten nicht stand.

Leider werden die berechtigten Ansprüche der betroffenen Bürgerinnen und Bürger aber immer noch mit unwissenschaftlichen Ergebnissen zurückgewiesen!

 

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