LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

[26.9.2017]

Der LVBB war zur Premiere der WDR Dokumentation (des Bergbau-Jubel-Filmes) "Der lange Abschied von der Kohle" eingeladen. Unsere Einschätzung deckt sich sicher nicht mit der der Kohlefreunde:

Die WDR-Film-Dokumentation hielt alles, was man von ihr als überzeugter RAG-Beschäftigter erwarten musste:

  • Beeindruckende Bilder vom aktuellen Abbau unter Tage;
  • "Balsam" für die Seele der Kumpels durch das zur-Sprache-bringen (viele einzelne Beispiele) des Verlustes dieser beeindruckenden Arbeit der Menschen unter Tage;
  • das "rein" politisch motivierte Ende der Kohleförderung;
  • die enge Verbindung von Kohle & Fussball (Schalke04 u. Borusssia Dortmund als "Leuchttürme" dieser Verbindung) im Ruhrgebiet;
  • die enge Verbindung von Bergbau, Bergleuten und Kirchen;
  • das Projekt "Glückauf Zukunft" (Transformation der Zechenbrachen in neue Nutzungen..) für die geschlossenen Zechenstandorte.. zuletzt Bottrop u. Ibbenbüren

aber keine wirkliche Thematisierung der mit dem Kohleabbau einhergehenden gravierenden Veränderungen u. Schäden an den Gebäuden, den Kanalsystemen, Straßen, der Landschaft, den Gewässersystemen.. den Giftstoffen unter-Tage und auf den Halden, der Jahre langen Beeinträchtigungen von Menschen durch Erschütterungen bis hin zu Erdbeben, der Konzernmacht gegenüber dem einzelnen bei der Regulierung der Schäden usw.
 
Ein Dokumentarfilm hätte aber auch Letzteres zeigen müssen!

[22.9.2017]

Es gibt immer noch einige Zeitgenossen, die der Meinung sind, dass die Probleme mit dem Bergbau doch bald zu Ende seien und die Bürgerinitiativen eigentlich bald nichts mehr zu tun hätten.

Leider ist dem nicht so, wie zunehmend Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern aus Gebieten mit Altbergau zeigen. Jetzt ist auch wieder ein aktueller Fall aus dem Altbergbau in der Aachener Zeitung aufgegriffen worden. Vollkommen unaktzeptabel ist einerseits, dass sich keiner mehr für die Folgen der alten Schächte zustänidg fühlt und auch sowieso schon nicht irgendeine Stadtverwaltung für die fehlende Aufklärung seiner möglichen Neubürger die Verantwortung übernehmen will.

Im genannten Fall aus Aachen ging es darum, dass eine eingeplante Erweiterung auf einem Brachland nicht genehmigt wurde, weil unter dem Gelände Altbergbau umgegangen war. Näheres in dem Artikel der Aachener Zeitung.

Bei aller Kritik bleibt anzuerkennen, dass die Bezirksregierung Arnsberg eine eigene Abteilung für Altbergbau eingerichtet hat und jedes Jahr einige Millionen für die Verfüllung von alten Bergbauschächten ausgibt.

Ganz wichtig ist auch ein Blick auf die Website "Gefahrenpotential des Untergrundes" des geologischen Dienstes in NRW, wo man schon einmal grob die Einflüsse auf die Erdoberfläche erkennen kann. Im Bedarfsfalle kann ein (potentieller) Eigentümer auch grundstücksscharf Auskünfte erhalten.

[15.9.2017]

Die Landtagsfraktion der Grünen haben jetzt in einer "Großen Anfrage" eine Reihe von Fragen zum Altbergbau in NRW gestellt. Insbesondere über die Gefährdungen durch Tagesbrüche, steigendes Grubenwasser usw. soll die Landesregierung Auskunft geben. Auf der website von Wibke Brems wird die Intention der Anfrage näher erläutert.

[9.9.2017]

Mit der letzten "Schicht im Schacht" ist der Bergbau bekanntlich nicht zu Ende. Das wurde jetzt noch einmal auf einer Veranstaltung in Rheinberg bei der SGB deutlich. Für die fälligen Kanalsanierungen kommt die RAG nicht in voller Höhe auf, da die Nutzungsdauer der reparierten oder erneuerten Kanäle länger ist als die der vorhandenen Kanäle. Dabei hat natürlich niemand gefragt, ob die Kanäle zur Zeit oder in ferner Zukunft saniert werden sollten. Diese Kosten werden über die Gebühren auf die Bürgerinnen und Bürger übertragen.

Aber weitere Kosten drohen. Durch die Kanalsanierungen, die oftmals in offener Bauweise erfolgen müssen, werden anschließend auch Straßenreparaturen und -neubauten erforderlich. Während bei reinen Reparaturen die RAG in die Pflicht genommen werden kann, ist die Situation bei Erneuerung anders. Hier werden wieder bei den Anwohnern Beträge anfallen. Da können mal schnell ein paar Tausend Euro zusammen kommen. Die Stadt Rheinberg informierte die Immobilienbesitzer schriftlich und jetzt auch beim Stammtisch der SGB. Die NRZ berichtete über die Veranstaltung.

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