LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

Braunkohleplanung Garzweiler II

[13.10.2017]

RWE zeigt sich zuversichtlich. Für Holzweiler ist es wohl eher ein "schwarzer Freitag" - und die Abergläubigen werden "Freitag den 13." bestätigt fühlen.

In einer Pressekonferenz hat RWE nun die Detailplanung für den verkleinerten Tagebau Inden vorgelegt. Der Ortsteil Holzweiler soll zwar wie von der Landesregierung gefordert erhalten bleiben, aber er wird zu einer Halbinsel. Die Verbindungsstraße nach Erkelenz (L19) soll allerdings geopfert werden, für "akzeptable wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Gewinnung und Nutzung der Braunkohle", so RWE Vorstand Eyll-Vetter.

Die "Leitentscheidung" der letzten Landesregierung hat den Erhalt der Landstraße gefordert. Spannend bleibt daher, wie die Entscheidung letzlich aussieht.

"Um eine positive Entwicklung von Holzweiler zu gewährleisten, ist der Abbaubereich des Tagebaus Garzweiler II so zu verkleinern, dass der Tagebau an Holzweiler nur von zwei Ortsseiten heranrückt und eine Insellage vermieden wird. Dabei ist eine Sicherheitslinie so festzulegen, dass ein Mindestabstand von 400 m zur Abbaugrenze gewährleistet wird.

Eine direkte Anbindung an Kückhoven und Erkelenz ist zu gewährleisten, soweit möglich soll die L 19 erhalten bleiben.

Der Uferbereich des Restsees ist so zu modellieren, dass eine Zwischennutzung des Sees während des Füllvorgangs möglich ist."

Dem ersten Satz wird nicht entsprochen, da der Tagebau (und damit später der Restsee Inden) Holzweiler auf drei Seiten einschließen soll. Die L19 soll abgebaggert werden. Die Versuche einer Dorfentwicklung werden damit im Keim konterkariert.

Zur Zwischennutzung des Sees ist folgendes anzumerken:

Der See wird aus einer Senke von 180m über 30 - 40 Jahre hinweg geflutet werden. Zu Beginn gibt es also Böschungen von weit über 100m, beginnend bei einer Tiefe, die etwa der Höhe des Kölner Doms enstspricht. Da der See nach 30 Jahren seine Tiefe von 180m erreicht haben soll, wird das Seeniveau jedes Jahr um ca. 6m steigen. Wie man da eine dauerhafte Zwischennutzung erreichen will, ist mehr als fraglich.

Beim Tagebau Inden ist es vergleichbar. Auch dort sind ähnliche Probleme absehbar. Da helfen auch nicht die schönen Pläne der Indeland-Gesellschaft nicht weiter.

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